Hinz und Kunzt


"Ein wunderbares Konzert"
H&K 186, "Der Gala-Abend der Sinti-Musik"
von URSULA ASANTE

Selten habe ich ein so wunderbares Konzert erlebt! Du spürst den lebendigen Geist der Musik, der fortwährend dich durchströhmt, dich trägt, und du fühlst die nie aufhörende Lebenskraft! Wie tief kann Musik in die Seelen der Menschen dringen und sie wirklich in Bewegung bringen und Veränderungen bewirken! Für diese Erkenntnis muss man dankbar sein!




Potsdamer Nachrichten


"Außer Rand und Band"
Cafe Royal Salonorchester in der Erlöserkiche


Von Christina Siegfried

Café Royal – unplugged. Oder sollte die Überschrift besser lauten: „Publikum in Erlöserkirche außer Rand und Band“. Und wie wär’s mit: „Skandal! Kaffehausmusik im Gotteshaus“. Doch das hier ist eine seriöse Rezension, daher verkneifen wir das Nach-Wippen der Füße, das innere Summen, schärfen den objektiven Blick: Da betraten am Freitag sechs Herren durchaus seriösen Outfits die Bühne und begannen – Kaffeehausmusik zu spielen. Das tun sie vom ersten Ton an ganz famos, zugegeben.

Aber sind wir nicht in einer Kirche? Weich schmelzend die Viola, fein singend die Violine, das Saxophon mit samtig-rundem Klang, das Akkordeon wie ein locker gespieltes Piano, Gitarre und Bass als subtiles rhythmisches Grundgerüst, alle perfekt abgestimmt im Zusammenspiel.

Schon nach dem zweiten Titel zauberte sich ein Lächeln in so manches Gesicht. Noch während des dritten Titels kamen spontaner Beifall und Begeisterungsrufe. Da klang vertraut ungarisch-czardazmäßiges Violingeseufze (wie schön!), um sogleich im rhythmischen Drive davongetragen zu werden. Keine Sentimentalitäten bitte!

Wunderbar harmonisierend, perfekt in der gemeinsamen Improvisation. Und schließlich gab es kein Halten mehr: Nach 15 Minuten hatte das Cafe Royal Salonorchester die Zuhörer in der Erlöserkirche in den Bann geschlagen. Das muss man so erst einmal schaffen.

Gekommen waren sie, um eine Reise anzutreten – von Hamburg nach Ungarn und über Österreich nach Paris, der Stadt ihres großen Vorbilds Django Reinhardt. Und wenn es nicht New York oder sonst eine Metropole ist, nennen sie es eben Buxtehude. Dieser „Buxtehude-Sound“ ist es denn auch, der den großen Erfolg der Band in den letzten Jahren begründet. Reich gespeist aus den Quellen des Gypsyswing, der Wiener Kaffeehausmusik und ungarischer Volksmelodien, angereichert mit Jazz, Swing und eigenen Kompositionen platzieren sie ein musikalisches Understatement, das seinesgleichen sucht. Der TV-Kanal arte hat die Bandgeschichte und die der Sinti-Familie Weiss verfilmt. Stolz wird dort die Tradition und Verwandtschaft zum legendären Geiger Carlos Weiss aufgezeigt, in deren Bewusstsein neue musikalische Wege eingeschlagen werden.

Dies vereint inzwischen drei Generationen: Bummel Weiss an der seufzenden „Swinggeige“, Pello Weiss an der nicht minder swingenden Viola (wie kam eigentlich Jazz bisher ohne Bratsche aus?), Baro Kako Weiss am Akkordeon (von wegen „Quetsche“: Hammondorgel) und Jazzpiano, immer da und nie aufdringlich, in seiner Reduktion ganz groß, Kako Weiss mit einem souverän und so flexibel gespielten Saxophon, Clemens Rating mit einer feingliedrig, rhythmisch akzentuierten Gitarre und schließlich Axel Burkhardt am Kontrabass mitreißend sowohl in seiner „Fundamental-Funktion“ wie solistischen Musikalität. Das jüngste Mitglied ist die erst 13-jährige Melody Weiss. Ein Riesentalent mit einer erstaunlich reifen Stimme, wenn auch noch etwas zaghaft in der Bühnenpräsenz. Aber bitte: Nicht verheizen!

Nach mehr als eineinhalb Stunden aufregenden Musizierens: Jubelrufe, lautes Klatschen, Mitsingen und Füßetrampeln. Wo waren wir? Im Café, im Jazzschuppen, in einer Budapester Kneipe? Mit dem Bier in der Hand an eine Bar gelehnt? Die Frage, warum ein so instrumentales Programm in die „Potsdamer Vokalwoche“ gehört, ist – der Autorin ist es bewusst – echt beckmesserisch, auch wenn es um „Dialoge“ ging, die hier ganz erfüllt-erfühlbar geführt wurden. Nein, wir waren in einem Gotteshaus! Aber ohne respektlos zu sein – dem Herrgott hat’s bestimmt auch gefallen.



Der neue Ruf


Das „Cafe Royal Salon Orchester“ riss das Publikum
zu Begeisterungsstürmen hin


Konzert am 4. und 5. November 2006

Sie kamen, spielten und siegten… und gewannen die Sympathien der Finkenwerder Bevölkerung. Die Rede ist von dem Cafe Royal Salonorchester – Traditionellen Wurzeln Deutscher Sinti entsprungen, findet man hier Mitglieder der berühmten Weiss-Familie aus Hamburg.
Sie verzauberten das Publikum mit enthusiastischen Gitarrenklängen, gepaart mit Geigen-, Akkordeon, – Bass und Saxophonfarben. Mal spielten sie leicht klingende Stücke, wie die Ungarische Hochzeit von Edmund Csoka,aber auch melancholische und nachdenklich machende Kompositionen, wie z.B.: Manoir de mes Reves, welche direkt aus der Feder des großen Django Reinhardts stammen.
Dank ihrer musikalischen Spielfreude veranlassten Sie das Publikum zu stürmischem Zwischenapplaus sowie zu Bravorufen.
Ein musikalischer Hochgenuss!






Überraschende Interpretationen - Zigeunermusik der neuen Art
Von Horst Brennecke

Die Klangkirche Hamburg ist eine ganz wesentliche Bereicherung des Harburger Kulturlebens. Die Konzerte, die seit April in der Dreifaltigkeitskirche an der neuen Strasse durchgeführt werden,befinden sich nicht nur auf allerhöchstem Niveau, sondern werden auch vom Publikum begeistert akzeptiert. Jüngstes Beispiel ist das Gastspiel des "Cafe Royal Salonorchesters". Dahinter verbirgt sich das erfolgreiche Instrumentalensemble der Sinti-Familie Weiss.

Denn das Salonorchester spielt nicht etwa Zigeunermusik, wie man das in einem Budapester Weinkeller erwartet. Es interpretiert die Musik auch nicht mit dem virtuosen Anspruch eines Roby Lakatos. Hier geht es um eine neue Spielart des Zigeunerjazz, der weniger mit Bauch sondern mit dem Kopf gespielt wird. Das dabei äusserst bestaunenswerte Soli herauskommen, dass die Musik immer in die Beine geht - das spricht für die Leidenschaft der Familie Weiss. Schon die Instrumentalzusammensetzung deutet den neu eingeschlagenen Weg an: Ausser einer Geige, einer Bratsche, einer Gitarre und einem Bass dominieren ein Akkordeon und ein Saxofon das Geschehen. Eine traditionelle Cymbal, die ja der Inbegriff der Zigeunermusik überhaupt ist, hat hier keinen Platz mehr.

Das Rückgrat des ensembles ist Baro Kako Weiss. Dabei handelt es sich um einen Meister des Akkordeons, der keine Vergleiche zu scheuen brauch.Er besticht mit seiner überragenden Balgtechnik, dem Akkordspiel und vor allem mit seinen Registrierungskünsten.Was Baro Kako Weiss aus seinem Instrument für Klangefarben herausholt, das dürfte viele verblüfft haben.
Sein Gegenspieler ist der junge Kako Weiss, der auf seinem Sopransaxofon wahre Wunderdinge vollbringt. Bummel Weiss (Violine) und Pello Weiss (Bratsche) lassen immer wieder ihr virtuoses Swing-Können aufblitzen.
Clemens Rating (Gitarre) ist die treibende Kraft des Abends, während Axel Burkhardt am Bass eine Klasse für sich ist.

Und dann gab es noch eine Premiere. Die 13-jährige Melody Weiss stand zum ersten Mal mit dem Salonorchester auf der Bühne und interpretierte mit beneidenswerter Blues-Stimme mehrere Lieder auf Romanes, der Sprache der Sinti. Und nicht nur das: "Somewhere over the rainbow" sang sie völlig ohne Instrumentalbegleitung und sorgte für Jubelstürme. Für Gänsehaut sorgte indes Bummel Weiss, als er in einem Stück erst mit brüchiger und dann immer stärker werdender Stimme eine Passage sang. Da hörte das Publikum die Stimme eines unterdrückten Volkes.




Kieler Nachrichten


KIELER NACHRICHTEN * DIENSTAG, 22. August 2006*

Das Cafe Royal Salonorchester brillierte auf dem Duckstein-Festival







Musikalisches Feuerwerk des Café Royal Salon Orchesters

9. Februar 2011 | 00:10 Uhr | von erd

QUICKBORN. Großes Kino: Das Café Royal Salon Orchester eröffnete die achte Konzertsaison im "Gertrudenhof" nach der Winterpause.
Inhaberin Gertrud Petersen hatte sich für ihre Gäste im ausverkauften Haus etwas Besonderes einfallen lassen. Die Vollbesetzung
des Orchesters musste her. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Geige, Viola, Gitarre, Akkordeon, Kontrabass und Saxophon
brillierte das sechsköpfige Ensemble - es war ein musikalisches Feuerwerk. Zigeunerswing, ungarischer Czardas, Wiener Caféhaus-Musik
und Pariser Musette erfreute das Publikum. Temperamentvolle Rhythmen, Jazz und Swing-Klassiker verführten das Publikum zum Mitsummen
und Mitwippen. Das große Vorbild des Ensembles, der legendäre Gitarrist und Komponist Django Reinhardt, war während des Konzerts immer
allgegenwärtig.
Viel Applaus und ein spontanes "Klasse" gab es nach zahlreichen Zugaben vom Publikum.